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Frauenhaus

Das Frauenhaus im Kreis Viersen ist unter der Trägerschaft der beiden Sozialdienste katholischer
Frauen e. V. Viersen und Kempen. Es bietet als vorübergehende Schutz- und Zufluchtstätte Platz für
10 Frauen mit oder ohne Kinder, die von physischer und / oder psychischer Gewalt durch den Partner bedroht sind. Die Aufnahmekapazität des Frauenhauses liegt bei maximal 25 Personen. Auch bei Vollbelegung kann jede Frau mit ihren Kindern ein eigenes Zimmer mit dazugehörigem Bad nutzen. Im Frauenhaus befinden sich drei Küchen, ein Wohnzimmer, ein großer Ess- und Aufenthaltsraum, ein Spielzimmer, zwei Wasch- und Trockenräume und ein kleiner Garten. Alle diese räumlichen Möglichkeiten können gemeinschaftlich genutzt werden.
Das Frauenhaus ist zu jeder Tages- und Nachtzeit erreichbar. Außerhalb der Dienststunden der hauptamtlichen Mitarbeiterinnen leisten die Frauenhausbewohnerinnen Telefondienst und nehmen im Bedarfsfall eine Frau auf. Auch Ehrenamtliche gewährleisten einen Rufbereitschaftsdienst.
Die Aufenthaltsdauer der Frauen wird individuell auf den jeweiligen Einzelfall, verbunden mit der aktuellen Belegungslage des Hauses abgestimmt.

Im Austausch untereinander erkennen die Bewohnerinnen, dass die eigene Misshandlungserfahrung kein Einzelschicksal ist. Das Sprechen über die Situation kann ein wichtiger Schritt zur Verarbeitung des Erlebten sein. Dadurch wird es möglich, eine andere Sicht auf die Situation zu gewinnen und vorhandene Energien und Ressourcen zu aktivieren. Die Beratungsarbeit des Frauenhauses ist darauf ausgerichtet, die Frau in diesem Prozess zu unterstützen
Neben praktischen Hilfen, wie z.B. beim Umgang mit Behörden, Geldangelegenheiten usw. geht es in der psychosozialen Beratung darum, die Frau bei ihrer Entscheidungsfindung und in der Entwicklung von Zukunftsperspektiven zu unterstützen.

Kinder, die mit ihren Müttern im Frauenhaus leben, haben direkte und / oder indirekte Mißhandlungserfahrungen. Ein wichtiger Bericht stellt die Schaffung von Räumen dar, die den Kindern ein angstfreies Bewegen ermöglichen. Weiterhin werden den Kindern gewaltfreie Konfliktmöglichkeiten aufgezeigt.

Die pädagogische Arbeit der Erzieherinnen mit den Kindern im Frauenhaus erfordert eine enge Zusammenarbeit mit den Müttern. Angebote für Mütter durch die Erzieherinnen sind zum einen Erziehungsgespräche, zu anderen gemeinsame Unternehmungen mit Müttern und Kindern.
Gegebenenfalls findet bei Bedarf eine Weitervermittlung und eine Begleitung der Kinder und Mütter zu anderen Institutionen wie Schule, Kindergarten und Erziehungsberatungsstelle statt.

Die Arbeit im Frauenhaus wird derzeit von drei Dipl.-Sozialpädagoginnen, zwei Erzieherinnen,
einer Verwaltungsangestellten und einer Hauswirtschafterin – alle mit unterschiedlichem Beschäftigungsumfang – geleistet. Weiterhin sind vier ehrenamtliche Mitarbeiterinnen im Rufbereitschaftsdienst tätig.